Mit «Katapuls» schaffen junge Musiker den Sprung auf die Bühne
WÄDENSWIL Fünf Musiker und Musikbegeisterte haben das Projekt Katapuls ins Leben gerufen. Sie wollen junge Bands aus der Region fördern und ihnen helfen, mehr Auftritte zu bekommen. Eine erste Möglichkeit erhalten Bands am Samstag auf dem Seeplatz.
Viel üben heisst es für junge Bands, die ein konzerttaugliches Repertoire auf die Beine stellen wollen. Doch häufig bleibt es dabei, und die geschriebenen Songs verlassen nie den Probenraum. DamitmöglicheHitsdochnochan die richtigen Ohren geraten, haben fünf Musiker und Musikbegeisterte aus Wädenswil das ProjektKatapulsinsLebengerufen.
«Unser Ziel ist es, junge Bands aus den Probelokalen auf die Bühne zu holen und ihr Schaffen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen», sagt Aurel Greter, Leiter der Jugendarbeit Wädenswil und Mitglied von Katapuls. Um dies zu erreichen, können sich die Bands von erfahrenen Musikern und Technikern begleiten und unterstützen lassen. Neben Greter wirken an dem Projekt mit: Lukas Hartmann, Veranstalter der Jamsessions, Lukas Landis, Musiker und Schlagzeuger, Michael Waldvogel, Werber, und Samuel Eggenberger, Programmverantwortlicher des Arx-en-Ciel.
Tipps von Profis
«Wir wollen die Bands nicht herunterputzen, wie es häufig in Castingshows vorkommt», sagt Greter. Es gehe nicht darum, Contests auf die Beine zu stellen, sondernumBandförderung.«Die Bands sollen die Möglichkeit haben, Antworten auf Fragen und Tipps von Profis zu erhalten und auch unsere Kontakte zu nutzen », erklärt der Leiter der Jugendarbeit. Von Letzteren haben die Initiatoren viele, wie Greter sagt: «Wir sind gut vernetzt in der Region und könnten den Bands helfen, auch Auftritte zum Beispiel in Horgen oder Thalwil zu organisieren.» Ein Workshop zur Bandförderung hat bereits im Club Industrie in Wädenswil stattgefunden. Drei Bands nahmen daran teil und lernten zum Beispiel, wie sich die Bandmitglieder am besten auf der Bühne platzieren und was sonst für eine gute Bühnenpräsenz wichtig ist. «Ein Musiker wollte klären, ob er besser mit oder ohne Brille vor das Publikum treten soll», sagt Lukas Hartmann. Doch da er ohne seine Brille die Gitarrensaiten nicht mehr sieht, wurde klar, dass er die Brille aufbehalten muss.
Ebenfalls ein Thema am Workshop war der Soundcheck. «Nur die wenigsten jungen Bands wissen, wie man einen Soundcheck durchführt», sagt Greter. Professionelle Musiker und Tontechniker begleiteten die Workshopteilnehmer durch einen kompletten Soundcheck, gaben Tipps und beantworteten Fragen. Hinzu komme, dass viele Bands keinen Tontechniker haben, der jedoch einen wichtigen Part an Konzerten übernimmt. «Nur mit der richtigen Soundabmischung kommt ein Konzert auch beim Publikum gut an», sagt Greter. Das würden jedoch einige Bands unterschätzen. Nach dem Workshop wurde der Club Industrie für Besucher geöffnet, und die Bands konnten ihr Können auf der Bühne unter Beweis stellen.
Projekt fortführen
«Bei diesem einen Workshop wollen wir es nicht belassen», sagt Aurel Greter. Noch stecke das Projekt in den Kinderschuhen, doch die fünf Initianten von Katapuls wollen das Projekt auf jeden Fall weiterführen und weitere Workshops zur Bandförderung anbieten.
Eine weitere Chance, Bühnenpräsenz zu zeigen, besteht am Samstag, 4. Juni. Dann ist das Zelt der Clientis Sparcassa Wädenswil auf dem Seeplatz für sechs junge Bands reserviert. Auch das OK des Open-Airs Arx-en-ciel wird anwesend sein und eine Band für das diesjährigeProgrammauswählen.
DorotheaUckelmann
Konzerte von sechs Nachwuchsbands am Samstag, 4. Juni, 20 Uhr, im Zirkuszelt der Clientis Sparcassa 1816 auf dem Seeplatz Wädenswil.

Mit Tipps und Kontakten wollen Aurel Greter (links) und Lukas Hartmann jungen Bands Hilfestellung für Auftritte geben.
André Springer